Schauspieler Mats Reinhardt

Schauspieler Mats Reinhardt

Berlinale.
Ich treffe meinen Kollegen Mats im St. Oberholz. „Und…?“ möchte ich auf einem Stück Nusskuchen kauend von ihm wissen, „was gibt`s Neues?“
„Am 20. Februar kommt der russische Film „Battalion“ raus, in dem ich mitgespielt habe. Drei Wochen Dreharbeiten auf dem Land zwischen St. Petersburg und Litauen, eine spannende Zeit war das!“

Das glaubte ich ihm sofort. Ich kenne ja Kollegen, die in den USA gedreht haben – aber Russland? Das wollte ich dann doch genauer von ihm wissen und fragte mal nach….

 

Mats, worum geht es in dem Film?
Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit. Im ersten Weltkrieg bildeten sich in Russland ab 1917 Kampfeinheiten, die komplett aus weiblichen Soldaten bestanden. Diese wurden „Batallions of death“ genannt. Hintergrund war neben der propagandistischen Wirkung auch die Überlegung, dass durch eine furchtlos kämpfende Frauen-Einheiten die nachlassende Kampf-Moral der männlichen Soldaten insgesamt wieder gestärkt werden sollte. Im Film werden die Schicksale einiger einzelner Frauen erzählt, die Teil eines solchen Batallions waren.“

Filmszene aus

Filmszene aus „Batallion“

 

Was für eine Rolle spielst Du?
Ich spiele den deutschen Leutnant Josepf Schulz, der während einer Feuerpause von einem dieser Frauenbatallione gefangen genommen wird. Er soll in einem mehrtägigen Fussmarsch zu einem Kriegsgefangenenlager gebracht werden. Unterwegs kann er jedoch fliehen und es gelingt ihm schließlich, sich durch feindliches Gebiet zurück zu seiner Einheit durchzuschlagen. Nach einem von ihm befehligten Giftgasangriff auf feindliche Stellungen, fällt er schließlich in einer erbitterten Schlacht zwischen den Schützengräben im Nahkampf.

Ich konnte mich in diese Rolle sehr schnell einfinden. Schon allein deshalb, weil großer Wert auf historische Authentizität gelegt wurde. D.h. spätestens nachdem du deine Original-Uniform angezogen, dein Original-Gewehr geschultert, und dich auf deinen „Arbeitsplatz“ – ein unglaublich riesiges und beeindruckendes Schlachtfeld, durchzogen von gigantischen Schützengräben begeben hast – spätestens DANN bist du in der Rolle!
Ich dachte bis dahin immer, ein Schützengraben ist eher so ein kleiner Graben, in den man sich dann reinlegt. Erst bei den Dreharbeiten ist mit klar geworden, daß das teilweise riesige Labyrinthe waren, in denen sich die Soldaten während der langen Stellungsgkriege häuslich eingerichtet haben – z.B. mit Schlafhöhlen und provisorischen Feldküchen.

Man fühlt sich wie in einer Zeitmaschine 100 Jahre zurückversetzt und bekommt zumindest eine kleine Ahnung davon, was diese Soldaten damals auf den Schlachtfeldern erleiden mussten und wie sie buchstäblich elendig krepierten.


Gibt es Unterschiede in der Arbeitsweise an russischen und an deutschen Filmsets?
„Mal abgesehen von meinem Fahrer – der einen ziemlich optimistischen Fahrstil auf den stellenweise recht holprigen Nebenstrassen pflegte und auch mit dem Sicherheitsgurt nicht unbedingt etwas anzufangen wusste – konnte ich keine wesentlichen Unterschiede festellen. Hier wie dort arbeiten Profis am Set, die genau wissen, was sie tun. Da die Dreharbeiten alle im Freien stattfanden, waren wir natürlich auch immer vom Wetter abhängig, was den Anschluss manchmal schwierig machte.
Zu Beginn der Dreharbeiten erschien übrigens ein orthodoxer Priester und gab dem Projekt seinen Segen.

 

Mittagessen!

Mittagessen!


Was mich sehr berührt hat, war der überaus herzliche Empfang und die Freundlichkeit der Menschen. Die Kollegen und die Leute am Set sprachen übrigens fast alle ein gutes Englisch. Auch die Unterkunft war wunderschön! Ich bewohnte während meines insgesamt knapp 3-wöchigen Aufenthalts ein eigenes Blockhaus in einer Ferienhaus-Anlage direkt an einem See. Mein Fazit: jederzeit gerne wieder!“

Mehr über den Schauspieler Mats Reinhardt erfahren Sie auf seiner Homepage: www.matsreinhardt.de

Das Holzhaus am See:

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2016-11-27T15:16:56+02:00