Wenn KI-Konferenzen klingen wie Olympia

Vielleicht kennen Sie das: Jemand betritt die Bühne und erzählt begeistert, wie KI schon wieder ein Problem der Menschheit gelöst hat. Der Nächste kommt und ruft: „Das ist noch gar nichts! In zwei Jahren übernimmt KI die Weltherrschaft!“ Höher, schneller, weiter, alle Regler auf Anschlag.

Papierschnitt-Illustration mit Turnerinnen vor bunten Kreisen, Sinnbild für sportlichen Wettkampf

Das Publikum sitzt da, staunt, und denkt sich: Tolle Geschichte. Aber was habe ich davon?

Warum dieser Tag anders läuft

Diese Szene kennt man, mit einem Augenzwinkern gesagt, von der ein oder anderen KI-Bühne. Am 22. September führe ich als Moderatorin für Künstliche Intelligenz durch den ONE DAY Business AI 2026 der All for One Group SE in Düsseldorf. Und hier heißt es: Hands on!

Nämlich Praxis-Cases, die schon erfolgreich beim Kunden laufen, Live-Demos zum Anfassen und ein Keynote-Speaker, der genau erklärt, was ein KI-Agent heute schon kann und was noch nicht.

Drei Bühnen, sechs Workshops, ein Tag

Kein abstraktes Zukunftsversprechen. Auf der Bühne stehen Cases, die heute schon bei Kunden im Einsatz sind, von der schnell umsetzbaren Anwendung bis zum durchgängig KI-getriebenen Betrieb.

Der Vormittag gehört der Keynote von Dr. Ulrich Faisst, CTO der All for One Group SE. Danach teilt sich der Saal in drei Bühnen: IT-Handlungsfelder, Use Cases in der Realität und die Ära der autonomen Agenten. Am Nachmittag folgen sechs Workshops in zwei Runden. Wer zwei Favoriten hat, besucht einfach beide.

Agenten zum Anfassen: drei Beispiele aus der Keynote

Dr. Faisst zeigt in seiner Keynote drei Beispiele aus der Praxis. Jedes davon löst ein konkretes Problem, das viele Unternehmen kennen:

Der Service Escalation Agent. Service Manager Chris betreut bei einem Maschinenbauer die kritischen Kunden-Eskalationen. Seine Informationen liegen verstreut in mehreren Systemen. Die Folgen sind lange Lösungszeiten, wenige Sofortlösungen und hohe Servicekosten. Der Agent liest Ticket- und Kommunikationsverlauf am Stück, zieht die passenden Daten aus den SAP-Systemen zusammen und schlägt eine Lösung vor, nachvollziehbar begründet. Entscheiden tut Chris.

Der Smart Contract Agent. Er reduziert den Aufwand bei der Vertragsprüfung, erkennt Risiken und beschleunigt Entscheidungen, ebenfalls mit menschlicher Freigabe am Ende. Ganz ähnlich funktioniert das automatisierte KI-Vertragsmanagement, das All for One mit dem Partner Labiba zeigt. Es fasst Verträge automatisch zusammen, behält Fristen im Blick und warnt bei riskanten Klauseln.

Geprüftes Dokument mit Häkchen, Sinnbild für den Smart Contract Agent und die menschliche Freigabe

Der Verhandlungsagent für Tail Spend. Tail Spend ist der Einkaufsbegriff für die vielen kleinen Beschaffungen bei vielen verschiedenen Lieferanten. Einzeln geht es um geringe Beträge, in der Summe kommt einiges zusammen, und der Aufwand pro Vorgang ist derselbe wie bei einem Großauftrag. Genau solche Bestellanfragen verhandelt dieser Agent eigenständig, in einer Live-Demo dauert eine komplette Verhandlung nur wenige Minuten.

KI-Agent und Mensch beim Handschlag, Sinnbild für den Verhandlungsagenten

Alle drei Agenten laufen bei All for One in der sogenannten Agentic Factory, einer Umgebung, in der Agenten für Live-Demos bereitstehen und ständig weiterentwickelt werden.

Vom Human in the Loop zum Human above the Loop

Im Juni hat Dr. Ulrich Faisst im E-3 Magazin, der Fachzeitschrift der SAP-Community, es so formuliert: „Human in the Loop wird zunehmend zu Human above the Loop: Der Mensch führt nicht mehr jeden einzelnen Schritt selbst aus, sondern überwacht, bewertet und steuert autonome Systeme.“

Dahinter steckt ein Autonomie-Spektrum. Beim klassischen Human-in-the-Loop prüft und bestätigt der Mensch jedes einzelne Ergebnis, bevor es wirksam wird. Beim Human-on-the-Loop handelt der Agent eigenständig, und der Mensch greift ein, wenn etwas aus dem Rahmen fällt. Human above the Loop meint die Ebene darüber. Dort legt der Mensch fest, was ein Agent überhaupt tun darf, und beurteilt, ob das System als Ganzes funktioniert.

Der Service Escalation Agent aus der Keynote ist noch nicht dort, und das ist der interessante Teil. Chris prüft den Vorschlag und entscheidet selbst, die Freigabe liegt also weiter bei ihm. Verschoben hat sich die Arbeit davor: Er sucht keine Daten mehr in fünf Systemen zusammen. Der Weg von dieser Stufe zur nächsten ist genau die Frage, vor der gerade viele Unternehmen stehen.

Wer setzt die Grenzen?

Doch ganz ohne Menschen läuft das nicht. Die Schwellenwerte und Eskalationskriterien, nach denen ein Agent selbstständig handeln darf, legen Menschen fest. Ein Agent grenzt sich nicht selbst ein. Für Hochrisiko-Systeme verlangt der EU AI Act sogar ausdrücklich menschliche Aufsicht. Der Mensch kontrolliert am Ende das Ergebnis, nicht mehr jeden einzelnen Schritt dahin.

Genau diese Verschiebung spreche ich mit Dr. Faisst live auf der Bühne an: Was muss ein Agent leisten, damit eine Geschäftsführerin oder ein Geschäftsführer ruhig schlafen kann, wenn die KI selbst entscheidet?

Die Frage führt weg von der Technik und hin zu den Menschen, die die Regeln setzen. Genau da setzt meine Keynote Der Raum der KI an: Ausführen kann die Maschine, gestalten können nur Menschen.

SAP Co-Funding: der konkrete nächste Schritt

Wer nach der Keynote denkt „klingt gut, aber das kostet doch wieder“, für den hier eine gute Nachricht: SAP stellt weltweit 100 Millionen Euro bereit, mit denen qualifizierte SAP-Partner gemeinsam mit ihren Kunden Agenten im Joule Studio bauen.

Vier Förderpakete stehen zur Auswahl, je nach Reifegrad des eigenen Vorhabens:

Paket Förderung Umfang
Agent Adoption 15.000 Euro Aktivierung und Einführung bereits verfügbarer SAP-Agenten
Launch Package 25.000 Euro Individueller Joule-Studio- oder SAP-Build-Agent, oder eine Workflow-Anwendung
Performance Package 50.000 Euro Individueller Joule- oder Build-Agent plus Workflow-Anwendung
Enterprise Package 100.000 Euro Drei oder mehr individuelle Joule- oder Build-Agenten plus Workflow-Anwendungen

Der Weg dahin ist dreistufig: den eigenen High-Value-Use-Case benennen, die Freigabe im eigenen Haus einholen, und ihn gemeinsam mit dem SAP-Partner einreichen. Beantragt wird die Förderung vom Partner, nicht vom Unternehmen selbst, und es gelten Teilnahmebedingungen. Das Funding läuft bis Ende 2026, frühes Handeln lohnt sich also.

Häufige Fragen zum ONE DAY Business AI 2026

Für wen ist der ONE DAY Business AI geeignet? Für Unternehmen, die SAP im Einsatz haben oder planen, und die wissen wollen, wie KI-Agenten heute schon konkrete Prozesse übernehmen, unabhängig davon, wie weit die eigene KI-Reise bereits fortgeschritten ist.

Was ist Business AI eigentlich, kurz erklärt? Business AI bezeichnet KI, die direkt in Geschäftsprozesse eingebettet ist, von einzelnen KI-Assistenten bis zu autonomen Agenten, die ganze Abläufe selbstständig übernehmen, etwa im Service, im Einkauf oder im Vertragsmanagement.

Muss ich SAP-Kunde sein, um teilzunehmen? Das Programm zeigt Agenten im SAP-Kontext, Interessierte ohne bestehende SAP-Landschaft sind trotzdem willkommen, gerade um einen praxisnahen Eindruck zu bekommen.

Wie kann ich mich anmelden? Über all-for-one.com/odai.

Kommen Sie vorbei

Dienstag, 22.09.2026, 10:00 bis 16:45 Uhr, offener Ausklang ab 16:50 Uhr. Design Offices Düsseldorf Fürst & Friedrich, Fürstenwall 172, 40217 Düsseldorf. Anmeldung über all-for-one.com/odai.

Wenn Sie wissen wollen, was ein KI-Agent heute wirklich kann und wo er an seine Grenzen kommt, ist das ein guter Tag dafür. Wir sehen uns in Düsseldorf.

Ich moderiere seit über 20 Jahren Konferenzen und Kongresse, mit Schwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz und Digitalisierung. Über 2.500 Mal stand ich dafür schon auf der Bühne, vier Jahre davon auf der Hauptbühne der Hannover Messe. Wenn Sie einen Tag wie diesen planen: Moderatorin für Künstliche Intelligenz oder Moderatorin in Düsseldorf.